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Gewalt - Nein Danke Aufruf des Ministerpräsidenten von Mecklenb.-Vorpommern, Dr. Harald Ringstorff Mitbürgerinnen und Mitbürger! In den letzten Wochen wurde die Öffentlichkeit immer wieder durch feige und brutale Gewalttaten gegen Ausländer, Obdachlose oder Andersdenkende aufgeschreckt. Jede dieser Straftaten ist nicht nur verabscheuungswürdig, sondern beschädigt zugleich das Ansehen unseres Landes und jedes Einzelnen von uns. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen mit Nachdruck gegen die Gewalttäter und Mörder vor. Doch wenn Polizei und Justiz einschreiten müssen, ist es bereits zu spät. Gewalt muss verhindert werden, bevor sie ausbricht. Wir alle sind daher aufgerufen, gemeinsam dafür zu sorgen, dass Hass und Gewalt gar nicht erst entstehen. Als Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern rufe ich alle Mecklenburger und Vorpommern dazu auf, nicht die Augen vor Gewalttätigkeit zu verschließen. Jede Äußerung von Gewaltbereitschaft und Verachtung gegenüber vermeintlich Schwächern müssen wir entschlossen entgegen treten - auch wenn sie nur in gesprochener Form erfolgt. Die Eltern rufe ich auf: Erziehen Sie Ihre Kinder zu Respekt vor anderen Menschen. Seien Sie ihnen ein Vorbild. Sprechen Sie mit ihnen über die furchtbaren Folgen von Hass und Gewalt. Die jungen Menschen rufe ich auf: Gehen Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis deutlich gegen alle Versuche an, Gewalt zu verharmlosen oder gar zu rechtfertigen. Die jungen Frauen und Mädchen bitte ich, ihren männlichen Altersgenossen klar zu machen, dass Frauen Gewalt besonders verabscheuen. Die Älteren rufe ich auf: Berichten Sie den jungen Menschen aus dem Schatz Ihrer Lebenserfahrung. Verdeutlichen Sie ihnen, dass Hass und Gewalt noch nie ein Problem gelöst haben. Die Unternehmer und ihre Ausbilder fordere ich auf: Weisen Sie in den Betrieben alle Jugendlichen in die Schranken, die Gewalt gut finden oder sogar selbst dafür anfällig sind. Machen Sie Ihren Auszubildenden klar, dass sie damit ihren eigenen Arbeitsplatz gefährden! Jeder Handwerksmeister, jeder Unternehmer muss sich bewusst sein, dass er hier mit seiner ganzen Autorität gefordert ist. Auch die Arbeitnehmer rufe ich zur Unterstützung auf: Beziehen Sie im Kollegenkreis Stellung gegen die Gewalt und helfen Sie mit, Gewaltbereitschaft abzubauen! Dies darf nicht allein den Gewerkschaften als deren Aufgabe zugewiesen werden. Die Bürgermeister fordere ich auf: Nehmen Sie sich in Ihren Gemeinden ganz besonders den Jugendlichen an. Besonders in den kleinen überschaubaren Gemeinden wird es möglich sein, sich um jeden gewaltbereiten Jugendlichen zu kümmern. Sprechen Sie mit ihm, mit seinen Eltern und mit seinen Ausbildern im Betrieb. Behalten Sie die Treffpunktee im Auge, an denen sich gewaltbereite Jugendliche zusammen rotten. Die Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften bitte ich: Lassen Sie nicht in Ihrem Bemühen nach, gemeinsam mit der Politik und mit anderen gesellschaftlichen Institutionen der Jugend den Wert der Gewaltlosigkeit und der Menschlichkeit zu vermitteln. Die Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter rufe ich auf: Verschließen Sie in den Schulen, Berufschulen und Jugendzentren nicht die Augen vor Erscheinungen der Gewalt! Das Bildungsministerium wird allen Pädagogen, die Probleme mit gewalttätigen Jugendlichen haben, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gerade Sie als Lehrer sind aufgefordert, sich im Unterricht deutlich gegen Ideologien zu wenden, die Gewalt rechtfertigen. Die Sportler, Trainer und Übungsleiter rufe ich auf: Vermitteln Sie im Sport den Jugendlichen den Wert der Fairness. Wer im Sport fair bleibt, bleibt auch im Alltag und im Berufsleben fair. Alle Vorstände von Vereinen, die Jugendliche in Ihren Reihen haben, bitte ich eindringlich: Verstärken Sie Ihre Jugendarbeit! Durch ein lebendiges Vereinsleben können den jungen Leuten tragfähige Werte vermittelt werden! Zum Schluss möchte ich noch ein Wort an meine eigene Berufsgruppe, an die Politiker richten. Ich bitte die Politiker aller Parteien dringend, auf das Ausschlachten tragischer Gewaltereignisse für durchsichtige parteipolitische Zwecke zu verzichten. Wägen Sie Ihre Worte sorgfältig ab. Setzen Sie sich mit Besonnenheit und Nachdruck für den Zusammenhalt der Gesellschaft im Kampf gegen Gewalt ein. Mitbürgerinnen und Mitbürger! Machen Sie mit - schließen Sie sich an! Wir sind gemeinsam in der Pflicht, die Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern den Nährboden zu entziehen. Dr. Harald Ringstorff Das wäre doch ein Thema im DISKUSSIONS-FORUM |