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Putbus - Kultur und Natur, eine Vision als Selbstzweck Gerhard Reese, Bürgermeister a.D. , zu "10 Jahre Stadterneuerung Putbus" Viele Bürgerinnen und Bürger als auch Besucher unserer Stadt sehen es, wie ich, mit Stolz und Freude,dass bereits nach 10 Jahren Stadtsanierung, Putbus wieder in seinem Erscheinungsbild an die einmalige städtebauliche Geschichte als ehemalige Residenzstadt anknüpft. Die Themen Stadtsanierung und Denkmalschutz haben einen besonders hohen Stellenwert in der Arbeit und dem Bemühen von Putbus. Mit den gelungenen Sanierungen und Restaurierungen vieler öffentlicher als auch privater Gebäude haben wir inzwischen ein Stück der Geschichte unserer Stadt zurückgewonnen. Denn alte Gemäuer erzählen uns ja, wie es früher war. Sie zeigen, wie Menschen gelebt und gearbeitet haben, sie führen vor, welchen Geschmack und welche Vorlieben unsere Vorfahren hatten, sie demonstrieren, wie sie repräsentierten oder unter welchen ärmlichen Bedingungen sie leben mussten. Baudenkmale sprechen zu uns, wenn wir uns auf sie einlassen,. Folgen wir ihren Spuren, können wir die Entwicklung unserer Stadt nachvollziehen. Baudenkmale legen Zeugnis ab von dem kulturellen und naturgegebenen Reichtum unserer Gemeinde; sie veranschaulichen, wie sich die Zeiten gewandelt haben; sie belegen, wer in der Stadt das Sagen hatte. An und in ihnen wird Geschichte nicht nur greifbar sondern vor allem auch begreifbar. Nun kann man natürlich fragen, was wir mit dem ganzen Wissen über die Vergangenheit sollen. Hilft es uns weiter, hat es einen Bezug zur Gegenwart oder sollten wir Geschichte nicht einfach Geschichte sein lassen? In unserer schnelllebigen Zeit, in der vielfach nur das gilt, was jung und modern ist, mag die Beschäftigung mit dem, was bereits ein paar Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte zurückliegt, auf manche wie ein Anachronismus wirken. Doch die Vergangenheit ist ein Teil von uns. Die Gegenwart, in der wir leben, ist nichts, was frei im Raum schwebt, losgelöst von allem, was vorher war. Die Gegenwart wird vielmehr von dem, was früher geschehen ist, geprägt. Ähnlich eines Menschen, hat auch unsere Stadt ihre Biographie, ihre charakteristische Gestalt, die sich herausgebildet hat, weil die Geschichte der Stadt Putbus in einer bestimmten Weise verlaufen ist. Ereignisse und Entwicklungen bauten aufeinander auf und schafften Kontinuität. Um die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft bewältigen zu können, müssen wir deshalb etwas von der Vergangenheit wissen. Die Beschäftigung mit der Vergangenheit geschieht also nicht nur um der Vergangenheit willen, sondern auch, um der Gegenwart und der Zukunft willen. Wir wollen etwas erfahren über eine Zeit, die unsere Zeit geprägt hat und wir wollen daraus Nutzen ziehen für das Heute und das Morgen. Wir wollen erkennen, wie sich unsere heutige Identität herausgebildet hat. Wir wollen uns unseren Traditionen bewusst werden und uns mit ihnen auseinandersetzen. Nur so wird es uns gelingen, auch in den nächsten Jahren unsere städtebauliches Erbe zu bewahren und den Kreis zur Gegenwart zu schließen, in dem wir unsere historischen Gebäude im Heute mit neuem Leben füllen und einer sinnvollen Bestimmung zuführen. Bestimmungen, die den ursprünglichen Inhalten auf moderne Weise entsprechen. Wenn wir uns bemühen, den gemeinsam eingeschlagenen Weg der Stadtsanierung auch in den nächsten Jahren auf hohem Niveau fortzuführen, wird es uns gelingen, die Einzigartigkeit und die Unverwechselbarkeit unser Stadt für die Zukunft zu sichern. 15. Januar 2002
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