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Putbus - Festspiele 2003,  Große Oper vor ausverkauftem Haus

 
Die Hochzeit des Figaro  - das verrückte Spiel um Liebe und Intrige zur genialen Musik Mozarts wurde in der Inszenierung von Angela Brandt und einer Aufführung des Theaters Vorpommern zur wahren Augen- und Ohrenweide und zu einem hervorragendem Abschluss der Putbus-Festspiele 2003.
 
 
Ein heiter, schwungvoll und genau musizierendes Orchester unter der Leitung von GMD Prof. Mathias Husmann, brillante Sängerinnen und Sänger, die auch ihr ganzes schauspielerisches Können zeigten, boten eine Aufführung von Mozarts komischer Oper auf hohem Niveau.

Mozarts Oper basiert auf dem Lustspiel "Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit", von Pierre Caron de Beaumarchais (1732-1799). Es ist das Mittelstück der berühmten "Figaro"-Trilogie des nach Molière und Marivaux wohl bedeutendsten französischen Komödiendichters. Beaumarchais musste jahrelang um die Aufführung seiner Komödie kämpfen, wobei dem strikten Verbot König Ludwigs XVI. für eine öffentliche Darstellung eine erstaunliche Verbreitung in Lesegemeinschaften, Modesalons sowie in adligen und ministeriellen Kreisen gegenüberstand. Endlich kam das königliche 'Placet', und die Uraufführung am 27. April 1784 in der Comédie Francaise wurde zu einem außerordentlichen Erfolg mit allein 68 (!) Aufführungen in Folge.
 
Dem königlichen Verbot in Paris folgte wenig später das kaiserliche Verbot in Wien. Joseph II. hatte zunächst seine Erlaubnis gegeben, dass Beaumarchais' Komödie in der deutschen Übersetzung des "Zauberflöten"-Dichters Emanuel Schikaneder am Burgtheater einstudiert werden konnte, untersagte dann jedoch die Aufführung. Mozart bekam das ganze Hin und Her mit, lernte die Komödie kennen, begeisterte sich daran, gewann Lorenzo Da Ponte für den rasch gefassten Opernplan und begann im Oktober 1785 mit der Komposition.
 
 
Seine Begeisterung übertrug er bei der Einstudierung auch auf die Sänger und Musiker, dennoch gab es Querelen seitens seiner Gegner. Die Uraufführung fand unter Mozarts Leitung am 1. Mai 1786 am Burgtheater statt und wurde ein großer Erfolg, bei dem einzelne Musikstücke wiederholt werden mussten. Dennoch gab es nur 8 Vorstellungen, dann wurde die Oper vom Spielplan abgesetzt. So entschied Antonio Salieri, Hofkomponist und Hofkapellmeister und ärgster Gegner Mozarts. Salieri war neidisch auf den Erfolg des "Figaro" und ignorierte die steigende Anerkennung durch das Publikum. So erlebte Mozart den eigentlichen Triumph seiner Oper erst in Prag (Erstaufführung im dortigen Nationaltheater im Dezember des gleichen Jahres). Mozart berichtet darüber, als er im Januar 1787 in Prag war und die Wiederaufnahme des "Figaro" am 17. Januar selbst dirigierte: "Hier wird von nichts gesprochen als vom 'Figaro', nichts gespielt, geblasen, gesungen und gepfiffen als 'Figaro' keine Oper besucht als 'Figaro' und ewig 'Figaro': gewiss große Ehre für mich."

Eine kleines Stück dieses Empfindens konnten die Besucher der Aufführung im Theater Putbus miterleben.  Ein wahrhaft großer Abschluss der Putbus - Festspiele 2003.

Der Putbus-Festspiele e.V. und der Förderverein Theater Putbus e.V. als Veranstalter und Organisatoren der Festspiele bedanken sich bei ihren Sponsoren und den Besuchern und laden herzlich zu den Putbus-Festspielen 2004 (zwischen Himmelfahrt und Pfingsten) ein, wenn es heißt: „Von der Operette zum Musical“ 

 

   12. Juni 2003

 

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