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Gegen Krieg - für den Frieden

In vielen Veranstaltungen und Demonstrationen der letzten Monate und Wochen in Deutschland, Europa und der ganzen Welt haben die Menschen deutlich und unmissverständlich kund getan, dass Krieg in keiner Weise ein taugliches Mittel zur Lösung politischer Probleme ist.

Müssen wir jetzt, nachdem die USA, entgegen einer Mehrheit der Nationen dieser Welt, Irak den Krieg erklärt hat, resignieren und uns mit diesem in keiner Weise durch das Völkerrecht sanktionierte Vorgehen abfinden. Ein ganz deutliches NEIN ist meine Antwort. Gerade jetzt sind wir aufgerufen, stärker und intensiver  als je zuvor, den Krieg zu ächten.

Deutschland selbst hat im letzten Jahrhundert mit Kriegen Tod und Zerstörung über Europa gebracht, nicht zuletzt über Deutschland selbst. Krieg bedeutet immer Tod und Elend für Millionen, Obdachlosigkeit und Hunger. Bomben treffen nicht nur militärische Einrichtungen. Nicht die Machtinhaber werden in Leichensäcken vom Schlachtfeld getragen, nein es sind Söhne, Töchter, Mütter und Väter.

Wer jetzt wie die USA einen Krieg anzettelt, hat offensichtlich nicht über eine der schrecklichsten menschlichen Erfahrungen nachgedacht.

Hier geht es nicht um eine unbedeutende Angelegenheit. Hier geht es nicht um den Versuch, einen Schurken loszuwerden. Nein. Diese bevorstehende Schlacht repräsentiert einen Wendepunkt in der in der jüngeren Geschichte unserer Welt.

Die USA, Großbritannien als auch Spanien haben sich in eine Situation gebracht, in der sie sich auf eine Doktrin der vorbeugenden Kriegsführung eingelassen haben.
Die Idee, dass die Vereinigten Staaten - oder irgendeine andere Nation - das Recht haben, einen Staat anzugreifen, der nicht unmittelbar eine Bedrohung darstellt, aber in der Zukunft bedrohlich sein könnte, ist eine radikale neue Wendung der traditionellen Idee der Selbstverteidigung.
Diese Doktrin steht im übrigen im krassen Gegensatz zum Völkerrecht und zur Charta der Vereinten Nationen.

Offensichtlich soll sie nun in einer Zeit des weltweiten Terrorismus getestet werden. Die Charta der UN sieht keinen Präventivkrieg als gerechten Krieg vor, unser Grundgesetz schon gar nicht. Das Grundgesetz stellt die Vorbereitung eines Angriffskrieges sogar unter Strafe.
In diesem Zusammenhang wäre es naturgemäß richtig, wenn die Bundesregierung ein Überflugverbot ausspricht und die Schließung amerikanischer Flugbasen in Deutschland veranlaßt.

Krieg kann niemals Rettung sein; Gewalt kann niemals Frieden schaffen. Gerechte Kriege gibt es nicht! Krieg tötet und zerstört. Wer vom Krieg profitiert, sucht Rechtfertigung dafür im Namen der Religion und der Demokratie, im Namen von Sicherheit und Frieden - und stellt aber mit seinem Tun gerade diese Werte in Frage.

Mit dem gemeinsamen Entschluss der Mächtigen zum Krieg, um gemeinsam vom Krieg zu profitieren, setzt sich die Globalisierung durch, ungeachtet der Schäden an Freiheit, Menschlichkeit und Moral.

Deshalb ist jetzt und immer wieder jeder dazu aufgerufen, gegen Krieg – wer immer diesen inszeniert - aufzustehen.
Dabei müssen wir keine Angst haben, als Kriegsgegner gehetzt, diffamiert oder gar als USA – Hasser verteufelt zu werden. Das ist immer die Sprache derer, die an Ihrer oder meiner Meinung und Auffassung ohnehin kein Interesse haben.

Die besseren und menschlicheren Argumente sind auf der Seite der Kriegsgegner. Daher nochmal in aller Deutlichkeit – nie wieder Krieg.

Gerhard Reese
Vorsitzender SPD Kreisverband Rügen, 18. März 2003

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