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Kreistag
Rügen beschließt Haushalt 2005
- (gr) In seiner Sitzung am 9. Dezember 2004
hat der Kreistag Rügen gegen die Stimmen der SPD-Fraktion
den Haushalt 2005 beschlossen. Die seit Jahren herrschende,
schwierige Haushaltsituation des Kreises setzt
sich auch im kommenden Jahr fort. Der Fehlbetrag im
Haushaltjahr 2005 wird sich auf ca.: 3,3 Mio Euro
beziffern, bei einem Volumen des Verwaltungshaushaltes
in Höhe von rd. 70 Mio Euro. Der Vermögenshaushalt dagegen
präsentiert sich verschwindend gering mit einem Betrag
von 4 Mio Euro. Dies zeigt deutlich die ganze Misere
- eigenes Gestalten ist kaum noch möglich. Vor diesem
Hintergrund war auch der bereits schon einmal von der
SPD Fraktion gestellte und gescheiterte Antrag auf künftigen
Verzicht der Beigeordnetenstellen - diesmal beantragt
von dem PDS Abgeordneten Dieter Holtz - folgerichtig,
will man es mit dem Sparen ernst nehmen. Erneut
- diesmal denkbar knapp - wurde der Antrag durch
die CDU/F.D.P. - Mehrheit abgelehnt. Offensichtlich
bezieht sich die immer wiederkehrende Diskussion um
zu hohe Personalkosten ausschließlich auf die Vergütungs-
und Gehaltsgruppen unterhalb der Beigeordnetenstellen.
Dies ergibt sich auch aus einem Antrag der CDU/F.D.P.
Fraktion zum Haushalt 2005, in dem es in der Begründung
heißt: "Da die vorgesehenen Zuweisungen von höherwertigen
Tätigkeiten, verbunden mit dem Anspruch auf Höhergruppierung
bzw. Beförderung, der dauernden Sicherung der Leistungsfähigkeit
des Landkreises Rügen nicht entsprechen, können wir
nicht zustimmen."
-
- Zumindest konnte sich eine große Mehrheit
des Kreistages bei der Beschlussfassung über einen
anderen Tagesordnungpunkt darüber einigen, den Fehlbetrag
des Haushaltes 2005 nicht noch zu vergrößern. Abgelehnt
wurde die Gewährung eines Zuschusses in Höhe von 300.000
Euro an die Gemeinde Seebad Insel Hiddensee. Die Gemeinde
Hiddensee hatte sich in der Vergangenheit zur Erfüllung
ihrer Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitigungspflichten
für die Beteiligung Dritter in Form eines Betreibermodells
entschieden. Insbesondere durch fehlerhafte Kalkulationsgrundlagen
sind in den letzten Jahren erhebliche Verbindlichkeiten
entstanden, die aus dem gemeindlichen Haushalt nicht
mehr bestritten werden können. Bereits am 1.1.2003 wurden
die gemeindlichen Anlagen auf den Zweckverband Wasserversorgung
und Abwasserbehandlung Rügen übertragen. Im Rahmen außergerichtlicher
Vergleiche steht die Gemeinde Hiddensee jetzt vor einer
Gesamtverpflichtung in Höhe von 7,8 Mio. Euro, die u.a.
durch eine Zuweisung des Landes, einer Kreditaufnahme
der Gemeinde und dem besagten Anteil des Landkreises
Rügen befriedigt werden sollte.
- 10.
Dezember 2004
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