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Bergen - Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht Rainer Feit der Radfahrsaison 2005 entgegen. Er freut sich, dass er bald wieder wie viele andere Rüganer und Gäste per Fahrrad die Insel erkunden kann. Andererseits wird er nun nicht mehr „die Fäden ziehen“, wenn es um die Koordinierung von Vorhaben im Bereich Radwegebau und Radfahrvorhaben geht. Als stellvertretender Landrat war Rainer Feit in den vergangenen Jahren auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Radwege im Landkreis und hat hier gemeinsam mit vielen Partnern eine Menge auf die Beine gestellt. Nun endet seine Tätigkeit in der Kreisverwaltung. Eine Sache, die er mit großem Engagement auf den Weg gebracht und begleitet hat, waren die sogenannten „Blauen Engel“. Das waren Schüler des Arndt-Gymnasiums Bergen, die mit gesondert ausgestatteten Rädern auf der Insel unterwegs waren. Sie hatten Radwege auf Schäden geprüft und kleinere Mängel gleich behoben, waren für in Not geratene Fahrrad-Touristen zur Stelle, fungierten als Berater bei Streckenauskünften. Wenn es die Zeit erlaubte, denn die Schule stand schließlich im Vordergrund. „All das soll nun noch professioneller erfolgen. Voraussichtlich im Frühjahr fällt der Startschuss für ein weiterführendes Projekt. Es ist vorgesehen, dass bis zu acht interessierte Rüganer auf der Basis von Ein-Euro-Jobs als Radwegebetreuer arbeiten. Das werden dann die neuen ‚Blauen Engel’ sein. Ich bin sicher, dass wir so die Attraktivität der Radfahrinsel Rügen weiter erhöhen“, blickt Rainer Feit voraus. Und dafür hat der Landkreis noch andere Voraussetzungen geschaffen. So sind in den vergangenen Monaten zum Beispiel zehn Schutzhütten für Radler entlang des Rügenrundweges gebaut worden. Kuhle, Nobbin, Spyker, Bobbin, Binz, Preetz, Poseritz, Nesebanz, Grosow und Ummanz heißen die Standorte. Die „Blauen Engel“ und die Schutzhütten waren nur zwei von vielen Themen, mit denen sich die Arbeitsgemeinschaft Radwege, der Interessenten aus Behörden, Verbänden, Vereinen und etlichen Unternehmen angehören, beschäftigt hat. Hier wurden lokale Teilkonzepte und Radwegtrassen ausgearbeitet, Fördermittel beschafft, Finanzierungsmöglichkeiten bei Planung und Bau von Radwegen aufgezeigt und Verknüpfungen zu anderen touristischen Angeboten geschaffen. „Der Vervollständigung und Pflege des Rügener Radwegenetzes muss weiter große Aufmerksamkeit gewidmet werden. Radfahren liegt voll im Trend. Da gilt es auf der Urlaubsinsel Nummer Eins natürlich besonders, entsprechende Voraussetzungen zu schaffen und Vorhandenes zu erhalten“, so Rainer Feit. Seit Anfang der 90er Jahre sind mehr als 15 Millionen Euro in das Radroutennetz auf Rügen, das gegenwärtig eine Gesamtlänge von rund 1000 Kilometern hat, geflossen. Allein der Rügenrundweg beträgt etwa 330 Kilometer. „Der ist seit 2003 auch Bestandteil des Radfernweges Nummer 1, der von Schleswig-Holstein bis zur polnischen Grenze verläuft. Damit gehört Rügen zu den bekanntesten deutschen Regionen im Bereich Radferntouren“, berichtet Rainer Feit nicht ohne Stolz. Denn eine bessere Werbung für die Radinsel Rügen kann man sich eigentlich kaum wünschen. Wenn Rainer Feit nun das Zepter als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Radwege an Landrätin Kerstin Kassner abgibt, dann in dem Wissen, dass er ein stabiles Fundament geschaffen hat, auf dem es sich gut aufbauen lässt.
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