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Bergen - Sonnabend, 16.04.2005, 06:30 Uhr. Bei einigen Mitgliedern des Rügener Führungsstabes Katastrophenschutz bimmelt das Telefon. Alarm! Raus aus den Federn und ab zur Leitstelle in der Bergener Rugardstraße. Nur wenig später stehen die ersten schon in der Tür. Dort gibt’s Entwarnung. Es war ein Probealarm. Günther Schäl, Ordnungsamtsleiter beim Landkreis und amtierender Führungsstabschef, ist zufrieden. Zum ersten Mal wurden die Stabsmitglieder nicht von Mitarbeitern der Leitstelle, sondern über den automatischen t-mobile-Alarmruf informiert. „Es hat ganz gut geklappt. Wir werden diese Möglichkeit weiter testen, denn so kann die Leitstelle im Katastrophenfall erheblich entlastet werden und sich bereits auf andere wichtige Dinge konzentrieren“, erklärt Günther Schäl. Auch auf die zwischenzeitlich alarmierten Einsatzkräfte ist Verlass. Der Sanitätszug des DRK, der Betreuungszug der Johanniter-Unfallhilfe, das Technische Hilfswerk sowie die freiwilligen Feuerwehren von Sagard, Samtens und Sassnitz stehen binnen kurzer Zeit übungsbereit auf dem Übungsgelände im Fährhafen Sassnitz-Mukran. Samt Technik und Ausrüstung. Nun gilt es, ruckzuck Zelte und Versorgungsstellen aufzubauen und einzurichten. Nebenbei wird die Kommunikation unter den Einsatzkräften getestet und das Hafengelände näher in Augenschein genommen. Das alles dient der praktischen Überprüfung einer Konzeption, die die „Schaffung eines Anlandestützpunktes nach einem Seeunglück“ zum Inhalt hat. „Sollte es wirklich einmal zu einer solchen Situation vor Rügen kommen, müssen wir vorbereitet sein. Denn dann geht es um Minuten und um das Leben vieler Menschen“, so Schäl. Das Gelände im Hafen Sassnitz-Mukran biete sich für entsprechende Hilfsmaßnahmen an. Deshalb habe man hier auch das Zusammenspiel der Einsatzkräfte geprobt. Im Herbst wird unter Führung des Havariekommandos Cuxhaven dazu gar eine Landesübung stattfinden. Erste Erfahrungen liegen nach dem vergangenen Sonnabend vor. Die Errichtung des Stützpunktes zum Beispiel sei zügig und professionell erfolgt. Auch die Abstimmungen untereinander hätten ganz gut funktioniert. Den Standort selbst gelte es in Zukunft jedoch noch besser zu nutzen, resümierte Günther Schäl im Anschluss an die Übung. Jetzt wird detailliert ausgewertet, um für den – hoffentlich nie eintretenden – Katastrophenfall auf See gewappnet zu sein.
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