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- Rügen bleibt Rügen - strittig
aber eine gute Diskussionskultur
- "Nach dem Beschluss des Landtages Mecklenburg-Vorpommern
vom 12. Mai 2004 muss davon ausgegangen werden, dass
es einen Landkreis Rügen mit eigener Kreisverwaltung
in Zukunft nicht mehr geben wird", so Angelika
Peters (MdL, SPD) zu Beginn ihres Statements in einer
Infomationsveranstaltung der SPD Rügen im vollbesetzten
Saal des Treff-Hotels in Bergen. Hintergrund ist, dass
die Übertragung der Aufgaben der Regionalplanung und
der bisherigen staatlichen Aufgaben der unteren Landesbehörden
auf die Kreisebene nach Auffassung des Landtages eine
erhebliche räumliche Vergrösserung der Landkreises erforderlich
macht. Nicht zu vergessen, dass die derzeitigen Landkreisstrukturen
aus heutiger Sicht und mit der aktuellen Finanzausstattung
nicht mehr finanziert werden können. Bereits heute ist
es kaum mehr möglich, die von den Städten und Gemeinden
aufzubringende Kreisumlage zu erwirtschaften. Ebenso
muss sich das Land auf Zeiten vorbereiten, in denen
das Geld aus dem Programm "Aufbau Ost" nicht
mehr als Einnahmequelle sprudeln wird.
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- Da sich die Rüganer vehement für ihre Eigenständigkeit
einsetzen und dies auch durch einen Bürgerentscheid
dokumentiert haben, hat der Landtag in seinem Beschluss
festgelegt, einen Sonderstatus für die Insel Rügen -
in einem neuen Regionalkreis - zu akzeptieren.
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- Dem Beharren auf Eigenständigkeit hat nunmehr
die SPD Rügens ein Modell entgegengestellt, dass sowohl
dem Bürgerentscheid auf Selbständigkeit, als auch einem
Sonderstatus im Sinne des Landtagsbeschlusses entgegenkommt.
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- "Rügen bleibt Rügen" - mit einem
Amt, 4 Bürgerbüros und eigenständigen Städten und Gemeinden,
so Kristine Kasten (Vorsitzende SPD Kreistagsfraktion
Rügen). "Es ist Sache der kommunalpolitisch Verantwortlichen
auf der Insel einen Vorschlag auszuarbeiten, wie als
Ausgleich für den Wegfall des eigenständigen Landkreises
eine möglichst optimale Eigenständigkeit Rügens im Regionalkreis
aussehen muss und organisiert werden kann", Kasten
weiter.
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- Der ebenfalls anwesende Innenminister Gottfried
Timm ergänzte:" Wenn die Chance und die Verantwortung
zur Erarbeitung eines Entwurfs eines tragfähigen Sonderstatus-Modells
jetzt nicht selbst von den Rüganern wahrgenommen wird,
dann wird es einen echten Sonderstatus für die Insel
nicht geben können".
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- Die SPD Rügen sieht mit ihrem Modell die
Eigenständigkeit, Identität und Bedeutung gegenüber
dem Land, dem Regionalkreis und gegenüber Dritten gewahrt.
Weiterhin werden durch Konzentration auf eine Verwaltung
öffentliche Leistungen wieder finanzierbar, ihre
Qualität wird gewahrt und gesteigert. Die Autonomie
der Städte und Gemeinden bleibt weitestgehend erhalten.
Sie selbst können entscheiden, welche Aufgaben sie auf
das Amt übertragen wollen. Mit der gewählten Amtsvertretung
werden vermehrt Möglichkeiten für das kommunalpolitische
Engagement auf der Insel geboten. Letztlich bringt das
vorgetragene Modell eine erhebliche Reduzierung der
Verwaltungskosten auf der Insel mit sich. Dies wiederum
entlastet vor allem die städtischen und gemeindlichen
Haushalte - vor Ort kann wieder gestaltet werden.
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- Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden
nochmals die gegensätzlichen Auffassungen vorgetragen.
Nicht zu übersehen dabei, dass alle angeführten Begründungen
sowohl für die eine als auch die andere künftige Struktur
Geltung haben bzw. herhalten müssen. Bei Würdigung aller
Diskussionbeiträge ist als Ergebnis festzustellen, dass
offensichtlich ein diskussionsfähiges Modell durch die
SPD Rügen erarbeitet wurde.
- Erfreulich an diesem Abend auch - und deshalb
erwähnenswert - die sachliche und fachliche Qualität
aller Diskussionsbeiträge. Es ist nicht übertrieben,
von einer vorbildlichen Diskussionkultur zu schreiben.
- 24.
November 2004
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