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Gedanken zur Ausstellung Schätze aus dem Schloss Putbus Eine große Schar Neugieriger folgte der Einladung der Stadt Putbus und Franz von Putbus, um der Ausstellungseröffnung am 12. April 2003, "Schätze aus dem Schloss Putbus" in der Orangerie beizuwohnen. Was konnte oder was wollte man erwarten? Bei all dem nach 1945 verloren Gegangenem aber auch nach der Ankündigung musste man in der Tat auf die Ausstellung neugierig sein. Es ist eine Präsentation von großformatigen Gemälden, Porzellan und anderen Leihgaben geworden. Einige Fotos geben dem Betrachter einen kleinen Einblick in das Innere des Schlosses. Man stellt sofort fest, dass die teilweise stark restaurierungsbedürftigen Gemälde in der Orangerie nicht angemessen zur Wirkung kommen, wenn man vergleicht, wie großzügig sie in den Räumlichkeiten des Schlosses an den Wänden wohl durchdacht und dem damaligen Zeitgeist folgend, "geschmackvoll" präsentiert wurden. Darüber hinaus stellen die Werke für den Eigentümer offensichtlich keinen großen künstlerischen oder kulturhistorischen Wert dar, sonst hätte man wohl auf die Präsentation in den nicht klimatisierten Räumen der Orangerie verzichtet. Richtigerweise erfolgte der seit Jahren wiederholte Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Putbus, die von ihnen nach 1945 aus dem Schloss "sichergestellten" Gegenstände zurückzugeben bzw. als Leihgaben für die Ausstellung bereitzustellen. Franz von Putbus will auf eine Rückübereignung verzichten. Wahrscheinlich stehen solche Gegenstände doch nicht mehr in den Kellern oder Dachböden dieser Stadt oder sollte möglicherweise die Nähe zu dem Hause von Putbus doch nicht so intensiv und nachhaltig sein, wie einige "monarchie - verklärte" Mitbürger vermuten wollen? Die Frage wird unbeantwortet bleiben ebenso wie die Fragen des "Vergessens" nach 1945 aber auch nach 1990. Bleibt festzustellen, dass sich die Verantwortlichen bemüht haben, eine durchaus notwendige Ausstellung zu installieren. Der Gesamteindruck ist aber mehr als unbefriedigend, da der Bezug zum Schloss fehlt und dem Betrachter nicht vermittelt wird. Die Präsentation ist eine sinnvolle und bezugnehmende Ergänzung der Dokumentation "Das Schloß zu Putbus" im Kronprinzenpalais, Circus 1. Leider haben Befindlichkeiten und eigene Interessen von Initiatoren dazu geführt, dass es nicht zu einer zusammen hängenden Präsentation gekommen ist und die Stadt Putbus mit dieser Ausstellung in Konkurrenz zu einem privaten Museum geht, ohne über die Kompetenz der Vermarktung zu verfügen. Die Logistik einer Wechselausstellung läßt sich nicht mit der inhaltlichen Führung eines Museumsanspruches vergleichen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Vorgehen nicht erneut privates Engagement behindert oder gar zerstört. Den historischen Wert unser Stadt, aber auch die Liebe zu ihr, sieht man besser mit klarem Blick als in heimattümelnder Verklärtheit. fotos © ®
by gerhard reese
zum vergrößern die Bilder bitte anklicken
13. April 2003
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