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Heinz Nied: Vortrag über den Holocaust – Lesungen in Schulen und im Tusculum – Video-CD's

Putbus - Mehr als zwanzig Schülerinnen und Schüler aus Bergen besuchten vor einigen Tagen das Tusculum in Putbus, um einem Vortrag des Rezitators Heinz Nied beizuwohnen und anschließend in der Diskussion mehr über die Ereignisse im Dritten Reich zu erfahren. Nied unterbreitete seinen Projekt-Vorschlag, in Schulen zu lesen und jungen Menschen Fragen zu beantworten, bereits im Februar diesen Jahres dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin. – Einen weiteren Vorschlag richtete er auch an das Landratsamt Rügen, in dem er sich anbot, anlässlich des 8. Mai, dem 60sten Jahrestag des Kriegendes, eine Gedenkveranstaltung durch Texte mit zu gestalten.

In Stralsund gab es 2004 eine viel beachtete Lesung mit Texten von Wolfgang Borchert und Kurt Tucholsky, die am dortigen Gymnasium von dem in Kasachstan lehrenden Philosophie- und Deutschlehrer, Dr. Reinhard Zühlke, vermittelt wurde. Zur Zeit laufen Verhandlungen mit dem Goethe-Institut, Heinz Nied auch im fernöstlichen Teil Europas zu Lesungen einzuladen. - Mit großem Erfolg gastierte der in Wiesbaden gebürtige Rezitator schon vor einigen Jahren an Schulen in Hessen mit seinen Lesungen „Texte gegen Gewalt und Krieg“, nachdem das dortige Kultusministerium vielen Schulen in anderen Städten zu diesen Veranstaltungen geraten hatte. Auch als Vorsitzender des „Tusculum-Verein zur Förderung von Kultur e.V.“, der unter anderem „Positive Menschlichkeit“ und „Achtungsvolles-miteinder-Umgehen“ fördert, sieht Heinz Nied eine große Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation. - Auch Veranstaltungen im Tusculum - Zimmertheater sind inzwischen immer beliebter.

Leider werden in den nächsten Wochen nur selten – und auf Vorbestellung von mindestens 6 Besuchern – Veranstaltungen zu hören sein, da Nied ab 22. März für einige Zeit wieder im Bergener Krankenhaus sein wird.

Seit vergangenem Jahr und künftig verzichtet Heinz Nied, der bereits 2001 sein 40-jähriges Bühnenjubiläum begehen konnte, auf jegliches Honorar. Den Reinerlös seiner Veranstaltungen stellt er jeweils kulturellen und sozialen Einrichtungen zur Verfügung. Dass Heinz Nied durch seine Vortragskunst erregende Begegnungen mit der Literatur garantiert, erleben nicht nur die Besucher seiner Veranstaltungen. Auf einer Audio-CD und einer Video-CD, die jetzt bei „Riff-Film“/Rügen produziert wurden, kann dies ebenfalls angesehen und/oder angehört werden.

Es bleibt zu hoffen, dass die vielseitigen Vorschläge des Kulturförderers Heinz Nied, die er an die Stadt Putbus, den Landkreis Rügen und an das Ministerium in Schwerin richtete, Erfolg haben werden. Dazu gehören auch die Vorbereitungen anlässlich des 100sten Geburtstages im Jahr 2006 von Wolf Hildebrandt, genannt Hil, der 1999 im Alter von 93 Jahren starb. Hil gilt als glaubhafter Vertreter der Maler und Schriftsteller, die gegen jegliche Form von Gewalt antraten. In Stettin geboren, war Hil 1929 in erster Ehe mit der Widerstandskämpferin Helen Ernst verheiratet. Seine Bilder sind seit fünf Jahren in der Orangerie zu Putbus zu sehen, denn das Ehepaar Barbara und Heinz Nied stellte Teile dieser größten Sammlung von „Hil-Bildern“ der Stadt Putbus bis 2010 zur Verfügung.

Nicht zu vergessen: Vom „Rü-Gen“ gibt es Erfreuliches zu berichten. Mehrere Postkarten entstehen zur Zeit und vom „Ur-Rü-Gen“ gibt es jetzt, nach der Idee von Heinz Nied und den Entwürfen des Künstlers Mares auch weitere Schmuckstücke des  Goldschmiedemeisters Rainer Stabenow von der alteingesessenen Stralsunder Firma.

Mehr über ihn erfahren Sie unter www.der-rezitator.de oder telefonisch wieder ab April unter Tel. 038301-88750.

Honorarfreier Text von Christina Emich, Freischaffende Journalistin für Kunst - Kultur - Gesellschaftskritik

   22.  März 2005

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