Orangerie Putbus

Nach rd. 80 Ausstellungen seit 1996 in der Orangerie Putbus, in denen regionale, nationale und internationale Künstler ihre Arbeiten zeigten, präsentiert die Stadt Putbus ab 12. April 2003 nunmehr eine Sonderausstellung mit "Schätzen aus dem Schloss zu Putbus". Es werden Porträits des Ortsgründers Wilhelm Malte zu Putbus und dessen Enkel zu sehen sein. Mitglieder der Familie werden dargestellt. Darunter befindet sich auch ein Porträit der schwedischen Königin. Weiterhin wird eine Tafel für 12 Personen mit dem geretteten Porzellan aus dem Putbusser Schloss und dem dazugehörigen Silberbesteck zu bewundern sein.  Die Ausstellung wird durch seltene Stiche und Fotoaufnahmen des Schlosses und zahlreichen Urkunden aus der Putbusser Geschichte komplettiert.

Mit der Ausstellung wird auch ein Stück weit die dramatische Lebensgeschichte der Familie zu Putbus nach dem zweiten Weltkrieg dokumentiert, die als unmittelbare Kriegsfolge zu sehen ist. Wer sich dieser Geschichte mit offenem Geiste annimmt, wird auch sehr schnell den Bezug zu der in der Orangerie angesiedelten Ausstellung der privaten Sammlung von Barbara und Heinz Nied "Ein Bauhäusler fand seinen eigenen Weg" mit Werken von HIL (Wolf Hildebrandt) herstellen. Wolf Hildebrandt ist zeit seines Lebens - ohne Rücksicht auf das eigene Wohlergehen -  engagiert gegen Krieg und Gewalt eingetreten. Eindringlich zeugen die Werke, die sich fast ausschließlich diesen Themen widmen, von der Lebenseinstellung des Menschen Hildebrandt.

Möge daher auch die Sonderausstellung "Schätze aus dem Schloss zu Putbus"  die Besucher sensibilisieren und dafür öffnen, dass Krieg und Gewalt, angesichts der hieraus resultierenden Folgen und dem Leid der Betroffenen, keine  Mittel sind Probleme zu lösen. Dann hätte diese Ausstellung einen zusätzlichen Sinn, weit über den heimatlichen Bezug hinaus.

Ausstellungsberichte und Fotogalerien zu den Austellungen 2002 finden Sie hier......


Dauerausstellung

Galerie 4

"Ein Bauhäusler fand seinen eigenen Weg"

HIL (Wolf Hildebrandt)

 

Wolf Hildebrandt

04.02.1906 in Stettin geboren / 1925 Engagement als Bühnenbildner in Rudolstadt / 1926 Stipendium am Bauhaus Dessau / 1928 Rückkehr zum Theater / 1931 Gründung des antifaschistischen "Kollektiv Hamburger Schauspieler" / 1933 Verhaftung durch die Nazis / 1941 endgültiges Ausstellungsverbot / 1942 Heirat mit Itta / 1959 Wiederbeginn als Maler und Schriftsteller / ab 1965 Einzelausstellungen mit dem Titel "Strukturen der Gewalt und der Hoffnung" / 1975 Uraufführung seines Tanzdramas "Orpheus und die Gewalt" in Mannheim / 1981 Verleihung des "Wiesbadener Tusculum-Preis für Bildende Künste" / 1993 "Les Exications", offizielle Ausstellung zur 50-Jahr-Feier der Befreiung Korsikas / 1996 Ehrung durch Ausstellungen in Dessau (Feininger-Haus und Bauhaus). Am 14. Oktober 1999 starb Wolf Hildebrandt kurz vor Eröffnung seiner letzten Ausstellung am 22.10.99 in Neustadt.

Heinz Nied

geboren 1936 in Wiesbaden / Besuch das Realgymnasium in Darmstadt und der Schauspielschule Hertha Genzmer in Wiesbaden / seit 1961 Rezitator / seit 1971 Tusculum-Galerie in Wiesbaden mit bisher über 70 Ausstellungen / seit 1978 Verleihung des von ihm gestifteten "Wiesbadener Tusculum Preis für bildende Künstler" / 1984 Stiftung des "Sankt Ignoranz", ein Preis gegen Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit. Zusammen mit seiner Frau Barbara, Bibliothekarin und stellv. Regionalsprecherin der Deutschen ilco in Wiesbaden, umfangreiche Sammlung von Arbeiten des langjährigen Freundes und Bauhauskünstlers Wolf Hildebrandt.

1991 Stiftung der "Leeren Blase", ein Preis für Phrasendrescherei und Nichtbeantwortung gestellter Fragen. Mehrere Auszeichnungen für sein Engagement in der Kunst- und Kulturszene und seine Vortragskunst.

Kunst ist die reinste Form der Liebe

(Shaw)

 

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